Gründung der Magnus Hirschfeld Bundesstiftung kann nur ein erster Schritt sein
„Das Institut soll an die Forschung des jüdischen Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld anknüpfen. Die Nazis jagten Hirschfeld aus dem Land und zerstörten sein Institut vollständig. Das Institut wurde nie wieder aufgebaut. Doch die Forschung zu sexueller Vielfalt und Möglichkeiten des Abbaus von Diskriminierung ist das Eine, die Rehabilitierung und Entschädigung der verfolgten Homosexuellen das Andere. Mit Rudolf Bradza verstarb kürzlich der letzte bekannte KZ-Insasse, der wegen seiner Homosexualität verfolgt wurde.
In der Bundesrepublik wurden von 1945 bis 1969 Homosexuelle nach dem von den Nazis verschärften §175 StGB verfolgt, nur weil sie anders liebten. 100.000 Männer wurden angeklagt, 50.000 verurteilt. Sie müssen vollständig rehabilitiert und entschädigt werden, sonst verbleibt in der Gegenwart weiterhin ein düsterer Schatten der Vergangenheit.“