18. April 2009 Kongress

tazkongress 09

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Kulturhistoriker Detlef Siegfried, Barbara Höll und Familienforscherin Barbara Keddi diskutierten mit taz-Redakteurin Judith Luig über Geschlechterverhältnisse.

Ursachen für Konflikte in Paarbeziehungen, erklärt Keddi, liegen nicht nur im Geschlechterverhältnis, sondern sind auf die Passung der Lebensthemen zurückzuführen. Hat Geschlecht keine Relevanz mehr? Die Antwort muss differenziert werden. Je nach Lebensthema bestehen unterschiedliche Geschlechterkonstruktionen. Entsprechend sind auch Annahmen über die Zähigkeit von Rollenzuschreibungen zu differenzieren. Der Verlust des Subjekts „Frau“ und „Mann“ als homogene politische Akteure und als Zentralbegriff eines theoretischen Konzepts steht für ein Ende von Gewissheiten im Diskurs über Geschlechtergerechtigkeit. Das macht Geschlechterpolitik nicht simpler. Sie verliert aber nicht ihren Gegenstand, sondern muss den komplexen, differenzierten und oft widersprüchlichen Zusammenhängen Rechnung tragen.