Am 6. April um 18 Uhr hatten die Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Höll und der Ortsvorstand Schönefeld DIE LINKE zum Bürgerforum eingeladen. Die Veranstaltung stand unter dem Thema:
"Multikulti in Schönefeld- Gefahr oder Bereicherung?
Integration von Ausländern - Vorbehalte, Probleme, Chancen"
Gäste waren der Ausländerbeauftragte von Leipzig, Stojan Gugutschkow, Dr. El Saik Abu vom Zentrum für Integration, Akbari Kenari, ehemaliger Asylbewerber aus Iran, sowie die Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat, Stefanie Götze.
Herr Gugutschkow informierte über die Maßnahmenschwerpunkte der Stadt Leipzig. Die Stadt setzt vor allem auf frühkindliche Integration. So besuchen immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund einen Kindergarten.
Dr. Abu berichtete über seine vergeblichen Bemühungen, auch Ausländer zu dieser Veranstaltung mitzubringen. Ein Asylbewerber hat ihm erklärt, „Wie soll ich zu dieser Versammlung kommen, wenn ich nicht einmal Deutsch lernen kann und nicht weiß wie lange ich in Deutschland bleiben darf?“ Ein Kroate erklärte, „Ich habe Angst, dass Leute von der Ausländerbehörde kommen und ich meine Aufenthaltsgenehmigung verliere, wenn ich über unsere Probleme spreche.“
„Als ehrenamtlicher Drogenberater darf ich arbeiten, aber wenn ich eine Anstellung als Arzt in Deutschland möchte, wird meine Ausbildung nicht anerkannt“, erklärte Herr Kenari. Er hat im Iran ein Arztstudium nach den internationalen Richtlinien absolviert und viele Jahre als Arzt in einer Klinik gearbeitet. Herr Kenari stellte fest, dass Integration oft auch an der mangelnden Kenntnis über andere Kulturen bei Deutschen scheitert.
Barbara Höll beantwortete Fragen. Sie erklärte, dass in dieser Wahlperiode ein Wahlrecht für Ausländer mit Aufenthaltsrecht nicht mehr beschlossen werden wird. DIE LINKE wird sich aber weiterhin für ein Wahlrecht ausländischer Bürger einsetzen. Integration erfordert vor allem Toleranz und unsere Kinder sollten zweisprachig aufwachsen, meinte sie zum Abschluss.